Selbstbewusste Radfahrer = Kampfradler?

„Selbstbewusste Radfahrer“ werden ja auch häufig als „Kampfradler“ abgestempelt…

„Einfacher Tweet“, gute Gegenfrage! Ich denke, da wird aus seiner Sichtweise jeder Radfahrer eine andere Antwort haben. Nachfolgend möchte ich beschreiben, warum ich diesen Tweet geschrieben habe.

Ich fahre jetzt seit 7 Jahren jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit und zurück. Aber nicht nur das, ich fahre auch jeden anderen Weg bis 60 Kilometer mit dem Rad. Da bekommt man so einige „Routine“, lernt sein Rad und seine Fahrtechnik einzuschätzen. Dazu kenne ich mich in der StVO recht ordentlich aus. Und „Ja“, ich kenne die Straßen und Schilder in meiner Umgebung.

Durch all diese Punkte ist mein Verhalten auf dem Rad entsprechend dem Straßenverkehr angepasst. Ich lasse mich nicht an den rechten Straßenrand drängen und riskiere einen „Dooring-Unfall“, damit ein Autofahrer 20 Sekunden (die Zeit, die er ggf. hinter mir bleiben muss) schneller sein Ziel erreicht. Ich halte zu parkenden Autos mindestens einen Meter Abstand und fahre dadurch sehr häufig eben „in der Mitte“ der Straße, zum „Ärger“ einiger weniger(!) Autofahrer. Bevorzugt mache ich das auf der Fahrradstraße, aber schrecke auch auf normalen Straßen nicht davor zurück, wenn die rechts parkenden Autos nicht einzuschätzen sind.

„Ich gehöre zum Verkehr, ich störe ihn nicht!“

Ich lasse mich von Autofahrern nicht „hetzen“ und fahre auch die Einbahnstraßen (wenn erlaubt) in entgegengesetzter Richtung. Eigentlich war eben genau diese Fahrt (unten im Video) – nicht genau diese, aber ich fahre die Strecke sehr häufig – der Grund für den Tweet.

Als „Selbstbewusster Radfahrer“ fahre ich diese Strecken, trotz der (wenigen) immer wieder freundlichen Autofahrer, die mich für bescheuert halten und mir dies durch die Scheibe mit Handzeichen gut signalisieren, weil eben diese die Regelung nicht kennen, obwohl es an allen Enden genau beschildert ist. Ich lasse mich davon weder einschüchtern noch reagiere ich darauf, man kann schlecht jeden Autofahrer anhalten und die Regelung erklären.

Ich bin kein Kampfradler, auch wenn das von anderen dann gerne so interpretiert wird.

Laufzeit: 1:18 Minuten

P.S.: Wichtig anmerken möchte ich noch, dass das mit den freundlichen Handzeichen bei weitem nicht immer passiert! Es benehmen sich immer nur einige wenige daneben.

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Autor: Stefan

Ich befinde mich auf keinem Kreuzzug! Für mehr Respekt und Miteinander!

Ein Gedanke zu „Selbstbewusste Radfahrer = Kampfradler?“

  1. Also ich kenne die Regelung natürlich auch, nutze diese auch viel da hier in der Stadt recht viele Einbahnstraßen für Radfahrer freigegeben sind.
    Aber in so schmalen Straßen wie den von Dir gezeigten sehe ich ein großes Problem, und zwar kann man da unmöglich angebrachten Sicherheitsabstand von einander halten. Klar nutzte ich auch die Regelung in so engen Straßen, bin auch oft froh darüber, da es nicht selten gute „Abkürzungen“ sind. Aber unterm Strich denken ich nicht selten „Welcher Depp hat die Straße so freigegeben?“
    Ich hab mal den Weg zur Arbeit durch einige der Südlichen Viertel versucht, da ist alles voll mit Einbahnstraßen, soweit ich das gesehen habe alle freigegeben, aber wenn ich da mit dem Rad lang bin, passte da kein Auto mehr durch, und somit mussten diese immer warten.
    Das schürt im Grunde nur die Konflikte und sorgt unnötig für Gefahrensituationen.

    Ich bin auch selbstbewusster Radfahrer und nehme mir meinen Platz im Verkehr, gerade auch mit dem Lastenrad, aber ich würde mich nicht als Kampfradler bezeichnen…. einige Autofahrer*innen aber wohl schon. Obwohl ich eigentlich von der Sache her nie aggressiv fahre.

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