Der richtige (Gravel-)Reifen?

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer… (Foto: ⓒ Stefan W. Mörkels)

Zum Thema Reifen fragt man 5 Fachleute und bekommt min. 6 Meinungen. Das Thema ist wie ich finde kein einfaches. Wenn man sich selber einmal informieren will, merkt man schnell, dass es eben nicht den einen Reifen gibt.

Ich selber war zuletzt in der Situation, dass ich den „besten“ Gravel-Reifen für mein Bulls Daily Grinder 2 (2018) gesucht, „vermutlich“ auch gefunden, dann aber doch wieder ganz wo anders gelandet bin.

„Der Schwalbe G-One ist Mist!“ oder „Der G-One ist so dünn wie Pergament“

Quelle: Radforen und twitter

Das liest man im Internet in diversen Radforen oder bei twitter häufig. Ich selber bin 1450 Kilometer mit dem „G-One Allround RG“ (RG = RaceGuard) sehr gut gefahren, bis er ganz plötzlich einfach durch war. Aber dazu später mehr.

Ich habe mich in der Zwischenzeit bei Schwalbe einmal auf der Internetseite umgesehen und war als „Endanwender“ quasi „erschrocken“, wie viele unterschiedliche Reifen es mit der Bezeichnung „Schwalbe G-One“ gibt. Und so vielfältig die Auswahl, so vielfältig der Pannenschutz des Reifens.

Nimmt man jetzt den RG-Reifen (RaceGuard), ist hier der „Pannenschutz“ quasi gar nicht vorhanden. Als ich dann den Platten hatte, habe ich mir das alte „Gummi“ mitgeben lassen, weil ich mir den Reifen einmal genauer ansehen wollte und ich war ehrlich gesagt ein wenig erschrocken, wie dünn der G-One All Round (RG) wirklich ist, denn ein Pannenschutz ist hier wirklich nicht vorhanden.

Schaut man dann auf die Webseite von Schwalbe, gibt es aber neben der „Performance-Line“- auch die „Evolution Line“-Reifen und die entsprechenden Tubeless-Varianten. Ganz lange Rede kurzer Sinn, man kann die Aussage „G-One ist Mist“ so denke ich nicht stehen lassen. Nimmt man den „richtigen“ Reifen, hat der eine wohl eine bessere Meinung zu dem Reifen als der, dem der Allround (RG) nach wenigen Kilometern um die Ohren fliegt.

Ich war nur „froh“, dass es quasi vor meiner Haustüre war und nicht auf eine meiner 100+ Kilometer-Touren.

pffffffffft … und platt!

Kurz zum Hintergrund:
Ende April wollte ich mein Gravel-Bike zum Händler des Vertrauens bringen und mir meine in der Zwischenzeit ausgesuchten Reifen aufziehen lassen, wenn ich mit dem Lastenrad unterwegs bin nach Amsterdam – Schokofahrt #5.

So die Planung, durch den Platten (s. oben) musste ich meine Planung ändern.

Welcher ist der „richtige“ Gravel-Reifen?
Das ist eine gute Frage und ich denke da muss jeder seine Erfahrungen machen. Ich selber habe mich aber an nachfolgendem Testbericht orientiert:

Der beste Gravel-Reifen – 10 Modelle im Vergleichstest
Hier geht es gleich zum „Testsiegert„.

Ja, auch ich hatte mich quasi schon für den Testsieger „entschieden“, musste jetzt aber schnell handeln, denn mein Gravel-Bike ist auch mein Pendler-Bike. Ich fahre täglich zur Arbeit und zurück und deswegen musste es jetzt schnell fertig werden. Zeit für ein Experiment hatte ich jetzt leider nicht, also musste ein Reifen her, mit dem ich den täglichen Weg zur Arbeit und zurück bewältigen kann und meine 100+ Kilometer-Touren bewältigen kann.

Da ich im letzten Jahr mit dem „Marathon“-Reifen von Schwalbe gut 7500 Kilometer hinter mich gebracht habe, war schnell klar, es soll wieder ein Marathon drauf, aber welcher?

Die Wahl ist am Ende auf den Marathon GT Tour gefallen, was nachfolgende Gründe hatte:

1. Es ist ein Marathon. Im Vergleich zum G-One Allround (RG) hat er einen Pannenschutz und geringe Abnutzung.

2. Er hat mehr Profil als der Marathon GT aber weniger als der Marathon GT 365. Er liegt also irgendwo dazwischen, was das Profil angeht, aber die Sicherheit nicht auf der Strecke bleibt.

Mir ist bewusst, dass es kein „Gravel-Reifen“ ist, aber ich fahre min. 60% der Zeit mit dem Rad zur Arbeit und zurück und da muss einfach Sicherheit her. Und auf meinen Ausdauertouren bin ich eher auf Asphalt und normalen Waldwegen unterwegs. Ich fahre keine MTB-Strecken mit dem Graveler und deswegen denke ich, erst einmal eine gute Entscheidung getroffen zu haben.

Ob das wirklich so ist, wird die Zeit zeigen. Dieses Jahr liegen noch 7000 Kilometer vor den Reifen. Neben den RTF-Touren (bis ~100 Kilometer), den Gran Fondos (bis 150 Kilometer) und meiner Road to Middelburg (251 Kilometer an einem Tag) müssen sich die Reifen eben auch zur Arbeit und zurück beweisen.

Ich habe nun einmal nur das eine Rad. Jetzt zum Sommer ist das mit dem Mantel und dem Profil sicherlich in Ordnung und so wage ich das Experiment Gravel-Reifen (WTB-Riddler) aus dem Testbericht dann zur Herbst-Inspektion. Mehr Profil kann im Winter nicht schaden, jetzt im Sommer komme ich mit dem GT-Tour hoffentlich gut durch.

Im Sinn der Erfahrung werde ich euch hier auf dem Laufenden halten.

4+

Autor: Stefan

Ich befinde mich auf keinem Kreuzzug! Für mehr Respekt und Miteinander!

11 Gedanken zu „Der richtige (Gravel-)Reifen?“

  1. Danke für den Bericht.
    Auf meinem Cube Nuroad aus 2019 ist ein „Schwalbe G-One Allround, Kevlar, 35-622“ montiert, mit dem ich jetzt ca. 2400km gefahren bin. Ich hatte in der Zeit schon 3 Pannen und jetzt gerade war es wieder so weit. Mir scheint der Mantel schon recht abgenutzt zu sein und kleinere Risse zu haben, obwohl ich mindestens 80% Straße / Radwege gefahren bin und ansonsten Waldwege.
    Jetzt suche ich auch nach Alternativen und bin gespannt, ob es von deiner Seite Updates gibt.
    Liebe Grüße, Timo
    PS: In der Überschrift steht Garvel-Reifen, das könntest du vielleicht anpassen… 😉

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    1. Hi, habe das gleiche Rad mit den gleichen Reifen wie Timo. Und das gleiche Problem, schon 3 Platte in relativ kurzer Zeit und nur auf der Straße! Definitiv weniger km als bei ihm, habe es jetzt 5 Monate und im November gekauft. D.h. nur über Winter gefahren.
      Will jetzt den Conti Terra Speed draufmachen.
      Viele Grüße Michi

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      1. Ich werde wohl auch wieder zum Marathon greifen. Selbe Situation, bin Fahrradpendlerin (habe kein Auto) und habe mich für ein Gravel Bike entschieden als Kompromiss zwischen schnell (Rennrad) und Geländegängig (Mountainbike).
        Stevens Supreme Pro am 30. Mai gekauft, eine Woche gefahren (etwas über 300 km), hinten der erste Platten. Außen keine sichtbaren Risse/Löcher, max. 30 km auf Feldwegen unterwegs gewesen, sonst Straße. Beim Händler gewesen, der nach dem wechseln meinte, es wäre ein „barthaargroßer“ Dorn im Mantel gesteckt und die Reifen hätten grundsätzlich einen schlechten Pannenschutz. Wenn ich vorne noch einen Platten hätte, sollte ich überlegen, gleich zu tauschen. Die wären auch nur drauf, weil die Marathon 500 g mehr wiegen…. Naja, ich bin entsprechend „not amused“, weil ich auf das Fahrrad angewiesen bin (habe noch ein anderes, aber ich kaufe mir doch kein 1800 Euro Fahrrad um dann dauernd Platten zu haben).
        Liebe Grüße Melanie

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    2. Hi in die Runde,

      auch ich habe das 2019ner Nuroad Race FE als Commuter. G One sind drauf. Nach der ersten Panne habe ich ich Schläuche auch Thermoplast Schläuche getauscht. Trotzdem in kurzer Zeit zwei weitere Pannen. Werde jetzt auch andere Mäntel kaufen und auf Tubless umbauen.

      Grüße!

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  2. Fahrt ihr den Reifen tubeless? Der Schwalbe G-One allround Performance war bei mir mit Schlauch gefahren auch immer zerschnitten; seit ich ihn tubeless fahre ist Ruhe.
    Das sollte man allerdings am besten von Anfang an machen, dadurch werden die Schnitte direkt geschlossen und reißen nicht über die Zeit weiter auf.

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  3. Fahre seit 2,5 Jahren mit 35 er Clement Xplore USH auf meinem Cube Nuroad EXC, absolut pannenfrei und bin top zufrieden. Müsste jetzt unter dem Markennamen Donnelly xplore ush laufen. Die Verfügbarkeit ist derzeit leider etwas bescheiden. Kann ich nur empfehlen.

    Steffen

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    1. Nein, ich fahre alle Mäntel mit Schlauch. Aktuell habe ich die WTB Riddler drauf und bin eigentlich ganz zufrieden. Den Marathon hatte ich auf der #Transcimbrica drauf und da hat er einwandfreie Dienste geleistet. In Sachen Pannensicherheit vertraue ich dem Marathon mehr. Jetzt wo ich die neuen Felgen habe, wo man den Mantel auch runterbekommt, ist mir das nicht mehr ganz so wichtig, da ich in 10 Minuten fertig bin…

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  4. Mich würde interessieren, wie sich der Reifen auf Nässe und Kopfsteinpflaster verhält. Ich habe den GT Tour seit ein paar Monaten hinten drauf und gefühlt ist er bei Nässe und Kopfsteinpflaster die Hölle. Schmierseife ist dagegen nichts und ich habe eine Strecke auf dem Weg zur Arbeit, die ist nicht anders zu fahren

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