Transcimbrica 2020: Vorbereitung und Ausrüstung

Das Bulls Daily Grinder 2 komplett aufgerüstet im ICE 919 von Hamburg nach Duisburg

Ich wurde sehr häufig gefragt, was ich alles in den Taschen hatte? Nun, das möchte ich in diesem Beitrag gerne genauer beschreiben. Doch nicht nur die Taschen und den Inhalt, auch auf das technische Setup möchte hier ausführlicher eingehen.

Nach meiner ersten Langstreckenfahrt habe aber auch ich gelernt, ich hätte mit Sicherheit gut und gerne noch einmal 2-3 Kilogramm an Gewicht einsparen können. Nun denn, legen wir los…

Das Rad: Ein Bulls Daily Grinder 2 (2018er Modell) mit 105er Schaltung, Nabendynamo und Supernova E3 Lichtanlage. Genau die richtige Ausrüstung, für die Nachtfahrten. Ich musste mir keine Gedanken über Akkus machen, ich hatte „immer Licht“, vorne wie hinten. Sollte an der Lichtanlage doch einmal etwas passieren, hatte ich noch einen batteriebetriebenen Frontscheinwerfen zum anstecken (zu sehen am unteren Ende der Sattelstütze) und zwei batteriebetriebene Rücklichter (eines unter der Satteltasche und eines auf der Satteltasche). Pedale habe ich die Shimano Deore XT montiert, da ich mit normalen Schuhen fahren wollte.

Die Reifenwahl: Das war in der Phase vor der Tour der Punkt, worüber ich mir am meisten Gedanken gemacht hatte. Will ich einen leicht rollenden Gravel-Reifen oder will ich Pannensicherheit? Ich habe mir in der Winterzeit dafür extra den WTB Riddler besorgt und einige Testfahrten gemacht. Aber in diesem hatte ich bereits nach kurzer Zeit einen Platten. Der Pannenschutz scheint beim WTB Riddler kaum gegeben. Daraufhin habe ich mich noch einmal in der Gruppe umgehört und habe mir sagen lassen, dass das Verhältnis von Asphalt- und Gravel-Abschnitten bei 90/10 liegt. Das Problem sind da weniger die asphaltierten Wege, sondern die Gravelabschnitte mit zum Teil sehr scharfen Steinen und Muschelstücken. Da ich mir die „Cuts“ im Riddler angesehen habe (vor der Tour), wollte ich auf Nummer sicher gehen und habe die Schwalbe Marathon GT Tour wieder aufgezogen. Mit diesem reifen bin ich bereits mehrere 10.000 Kilometer ohne Probleme gefahren. Der Reifen fährt sich (gefühlt) sehr hart und damit „umkomfortabel“ im Vergleich zum Riddler, der sich wieder sehr „leicht und weich“ anfühlt während der Fahrt. Also die Entscheidung zwischen Pannenschutz und Komfort, wo am Ende der Pannenschutz „gewonnen“ hat. Ich habe den Schwalbe-Reifen wieder aufgezogen in der Hoffnung, keinen Platten zu bekommen.

Gesamtgewicht (Rad inkl. Pedale und Reifen): ca. 13 Kilogramm

Das Navi: Seit Ende 2018 schwöre ich auf das Wahoo Elemnt Bolt. Absolut zuverlässig und mit 15 Stunden Akkulaufzeit und mehreren tausend Kilometern an Testfahrten weiß ich, dass ich mich auf das Navi verlassen kann, egal bei welchen Temperaturen.

Die Taschen: Bei den Taschen bin ich „konservativ“. Vertraut man den sozialen Netzwerken, ist Ortlieb den meisten zu „altbacken“ und man schwört lieber auf Apidura o.ä.. Von der Zuverlässigkeit bei Regen konnte ich mich bei meinen Taschen bereits auf diversen Touren überzeugen und so bleibe ich bei Ortlieb. Folgende Taschen hatte ich am Rad:

Ortlieb Back-Roller Urban (hinten rechts)
Ortlieb Back-Roller High Visibility (hinten links)
Waterfly 10L wasserdicht (Satteltasche)
Ortlieb Handlebar-Pack (Lenkertasche)
Ortlieb Accessory-Pack (wird auf die Lenkertasche aufgeschnallt)
M-Wave (Oberrohrtasche)

Da war jetzt also verdammt viel Platz, aber was war jetzt da drin?

Ortlieb Back-Roller Urban:
1x Mikrofaser-Handtuch (klein)
1x Mikrofaser-Handtuch (groß)
1x Notfall-Schlafsack
1x Ersatz-Thermoradhose (lang)
1x Ersatz-Radhose (kurz)
1x Ersatz-Thermounterhemd (lang)
1x Ersatz-Thermotrikot (lang)
1x Thermo-Outdoorhose (lang)
1x Unterhandschuhe aus Merinowolle
1x Fleecehandschuhe
1x Fahrradhandschuhe (Standard)
1x Thermohandschuhe (gefüttert, warm und wasserdicht)
1x Nikon D7100 Kamera
1x Outdoorkochtopf
1x Handwaschgel (kl. Flasche 50 ml)
1x Mundspülung (kl. Flasche 50 ml)
1x Reisezahnbürste und Pasta
1x Packung mit Müsliriegel (8 Stück)
Gesamtgewicht: 4 Kilogramm

Ortlieb Back-Roller High Visibility:
1x Isomatte (aufblasbar)
1x Deuter Exosphere -8 Mumienschlafsack
1x Thermopad Sohlenwärmer (5 St.)
Gesamtgewicht: 3,5 Kilogramm

Waterfly 10L Satteltasche
3x Ersatzschlauch Schwalbe SV17
1x Primus Winter Gas 230 gr. (Schraubventil)
1x Reehut Gaskocher (klappbar) mit Schraubventil und Piezozünder
1x Multitool
1x Outdoor-Bestecktool (Messer, Gabel, Löffel)
1x Schwalbe Montage-Fluid (50 ml)
1x Bio-Kettenöl (50 ml)
1x Varta LED Outdoor-Headlight
1x Sea to Summit Outdoor Wäscheleine
1x Regenüberschuhe
Gesamtgewicht: ca. 2,5 Kilogramm

Ortlieb Handlebar-Pack
1x Rennrad-Thermojacke
1x Craft Verve Rain Regenjacke
1x Rainlegs
Gesamtgewicht: unbekannt

Ortlieb Accessory-Pack
6x Müsliriegel
1x Dextro Energy
1x Wrigley Citrus-Kaugummis
4x Brote mit Nutella
1x Powerbar 10.000
Gesamtgewicht: unbekannt

M-Wave Oberrohrtasche
1x 20.000er Powerbar
1x Apple iPhone SE
Kleine Plastiktüte mit diversen Apple und UBS-Kabeln
Gesamtgewicht: unbekannt

Getränkehalterungen: Ich habe im Rahmen drei Halterungen für Getränkeflaschen montiert. Unten vorne war eine 750 ml große Trinkflasche für sauberes Wasser. Unten hinten habe ich eine „starnearby Reparier/Toolbox“, wo das notwendigste Flickzeug, Werkzeug und Luftpumpe (Rennrad) verstaut gewesen ist. Die Trinkflasche am Oberrohr unter dem Sattel habe ich als „Apotheke“ missbraucht und die Halterung mit Klettband angebracht. In der eigentlichen Trinkflasche war Voltaren, Kopfschmerztabletten, Magnesiumtabletten, Tabletten gegen Durchfall, Tabletten gegen Magenprobleme und ein Taschenmesser. Bis auf die Magnesiumtabletten hatte ich den Rest rein vorsorglich dabei. Lieber dabei haben und nicht benötigen, als brauchen und dann erst einmal das Suchen anfangen.

So viel zur Ausrüstung am und um das Rad. Da ich bei der Tour mit 8 Tagen geplant hatte, war rein gedanklich eigentlich alles „notwendig“. Was könnte ich also an Gewicht bei der nächsten Tour einsparen?

Nun, ich würde mich bei der nächsten Tour wieder mehr auf die Marathonreifen verlassen und nur noch einen Ersatzschlauch plus Flickzeug statt drei mitnehmen. Ob ich noch einmal die Gaskartusche mit Gaskocher mitnehmen würde, weiß ich nicht. Wenn ich die aber nicht mitnehme, würde ich auch den Kochtopf, der auch als Kulturbeutel diente, zu Hause lassen. Die Nikon D7100 würde ich auch nicht mehr mitnehmen, Handyfotos müssen reichen!

Mit diesem „Wissen“ könnte ich mir eine der Seitentaschen sparen und würde alles in die Satteltasche quetschen. Ggf. lieber eine größere Satteltasche kaufen.

Das Rad inkl. Gepäck kam so auf ein Gesamtgewicht von knapp 27 Kilogramm auf der Waage, die ich dann die nächsten Tage bewegen sollte.

Knapp eine Woche vor der Tour war ich mit dem Rad noch im thebikeshop.de zur Inspektion, da es noch Probleme mit der Schaltung gab. Ich glaube bei den Höhenmetern hätte ich mich nur geärgert, wenn ich dauern „Fehlschaltungen“ gehabt hätte.

Ok, alles ist „fertig“ … die Transcimbrica 2020 kann starten … ich bin vorbereitet! (hoffe ich)

Habe ich etwas vergessen?
Du hast Fragen? Frage! 😉

3+

Autor: Stefan

Ich befinde mich auf keinem Kreuzzug! Für mehr Respekt und Miteinander!

2 Gedanken zu „Transcimbrica 2020: Vorbereitung und Ausrüstung“

    1. Ich habe noch keinen USB-Anschluss am Nabendynamo. Ich musste also mit den Powerbars auskommen. Beim Wahoo machte ich mir weniger Sorgen, der Akku des iPhone hatte da schon ganz andere Probleme bei der Kälte.

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