Transcimbrica 2020: Der Tag vor dem Start

Stefan W. Mörkels vor der Abfahrt zur Transcimbrica 2020

Es ist Freitag der 06.03.2020. Ich habe Urlaub, da es nur noch wenige Stunden sind, bis ich mich auf den Weg nach Hamburg zu meiner ersten „richtigen“ Langstreckenfahrt mache.

Eigentlich ist alles gepackt und ich könnte mich entspannen, aber davon bin ich weit entfernt. Ok, also erst einmal in Ruhe frühstücken und dann geht’s auch schon los…

Um den Tag wirklich in Ruhe starten zu können, habe ich mir den Wecker auf 8 Uhr gestellt. Unnötig wie immer, da ich wieder um kurz nach 7 Uhr wach geworden bin. Es war erst einmal die letzt Nacht in einem warmen Zimmer mit einem warmen Bett.

Ich stehe auf und wie jeden Morgen mache ich mir erst einmal Kaffee. Im Kopf denke ich immer wieder darüber nach, ob ich wirklich nichts vergessen habe und ich gehe erst den Zeitplan des Tages und anschließend den Inhalt der Fahrradtaschen durch, was ich alles für die Tour bestellt habe und ob es dann auch wirklich in den Taschen gelandet ist?

Während ich mir den Kaffee machen, schmiere ich mir die doppelten Roggenbrote mit dick Nutella für die kommende Nacht. Wenn wir um 00:01 Uhr starten werden, wird es eine lange Zeit, in der wir voraussichtlich nichts zu essen finden werden, also brauche ich etwas mit Energie.

Der Kaffee ist fertig und die Brote sind fertig geschmiert. Während ich die Brote in der Fahrradtasche verpacke, fällt mir ein, ich könnte mein Headset noch einpacken, was eventuelle Telefonate auf dem Rad einfacher machen würde. Ich lege es heraus, nachher nur nicht vergessen!

Es ist kurz nach 11 Uhr, nur noch 1,5 Stunden bis zum Treffen auf dem Marktplatz im Rheydt, wo ich die „Abfahrt“ nach Düsseldorf angekündigt habe. Ich werfe durch Zufall einen Blick auf mein Handy und sehe eine neue SMS, in der steht, dass ich dringend meine E-Mails checken soll. Also schnell an den Rechner. Ein Redakteur der RP-Online möchte zum Treffpunkt und mir noch einige Fragen stellen, aber wenn möglich früher?

Also schnell mit dem Redakteur telefoniert und den Termin auf 12:15 Uhr vereinbart. Es geht auf 12:00 Uhr zu, es wird langsam ernst. Ich lasse alle unnötigen Papiere zu Hause und auch den Haustürschlüssel. Was ich nicht dabei habe, kann ich nicht verlieren. Also auf zum Marktplatz in Rheydt.

Ich warte wenige Minuten, da kommt der erste Herr und spricht mich an, ob ich denn der Radfahrer wäre? Später stellt sich heraus, er ist von MG-Heute. Während unseres Gesprächs trifft auch der Redakteur der RP ein. Er heftet mir ein Mikrofon ans Trikot und stellt mir einige Fragen. Am Ende kommt dieser Artikel dabei heraus.

Während des Interviews treffen nach und nach auch einige Freunde und Bekannte aus Mönchengladbach ein, die sich von mir verabschieden wollen. Danke Christine für das Foto!

Es ist 13 Uhr. Nachdem ich mich von allen verabschiedet habe, setze ich mich auf mein Rad und mache mich auf den Weg nach Düsseldorf. Um 15:27 Uhr geht dort mein Zug nach Hamburg. Ich habe jetzt also 2 Stunden Zeit und ich will es ruhig angehen lassen. Ich fahre also ganz entspannt und bin um 14:40 Uhr in Düsseldorf am Bahnhof. Nur noch eine knappe 3/4 Stunde bis der Zug kommt.

Ich gönne mir ein Baguette (die Brote in der Tasche am Lenker sind ja für die Nacht) und versuche eine „nicht zugige“ Ecke im Bahnhof zu finden. Kurzer Tipp: Es gibt keine Ecke, in der es nicht zieht wie Hechtsuppe. Also hocke ich mich hinter eine der Buden, um den kalten Zug nicht direkt abzubekommen und esse das Baguette.

Um 15:15 Uhr mache ich mich langsam auf den Weg hoch zum Gleis. Der Zug kommt pünktlich. „Natürlich“ finde ich den Fahrradbereich nicht auf anhieb und als ich mein Rad erst einmal in den Zug heben will, sagt man mir, ich muss nach ganz vorne zum ersten Wagen. Also einmal im Laufschritt mit dem Rad von Wagen 6 zu Wagen 1. Da ist in der Tat ein Fahrradabteil und ausschl. für reservierte Plätze. Die Zugbegleiter, die später das Fahrticket kontrollieren meinen, ich könnte mich ja in Wagen 3 oder 4 setzen. Klar, und mein Rad mit all dem Equipment lasse ich ohne Aufsicht hier stehen? Ich bleibe also beim Rad und stehe die fast vier Stunden, da es keinerlei Sitzmöglichkeit im Fahrradbereich gibt. Zu allem „Unglück“ lässt sich auch die Tür zwischen den Waggons nicht schließen, der Geräuschpegel ist dementsprechend. Wenn man günstig bucht, bekommt man eben auch „günstig“.

Die Fahrt verläuft unspektakulär und so komme ich kurz vor halb Acht in Hamburg an. Also das Navi angeworfen und zum „Labskausessen mit Fahrradfreunden“, wo ich kurz nach 2o:00 Uhr in der Dübelsbrücker Kajüt eintreffe. Eine sehr gemütliches und heimeliges Restaurant. Ich grüße die Anwesenden am Tisch und setze mich auf der Ecke dazu. Ich lerne Thees, Joas, Harald L., Stefan G. und Frank B. kennen, wir unterhalten uns und führen „lockere Gespräche“. Alle sind ganz entspannt drauf, ich fühle mich in der Runde gleich wohl.

Ich bestelle mir ein Bier und den Labskaus …

… und um kurz nach 22:00 Uhr machen wir uns in einer Gruppe langsam auf den Weg zum Café Timeless, wo wir gegen 22:30 Uhr ankommen. Wir sind nicht die Ersten, aber auch lange nicht die Letzten. Da das Café sehr klein ist, stehen alle draußen und frieren um die Wette. Ich hole aus der Lenkertasche die Thermojacke, die aber auch nur wenig hilft. Das Fahrradzeug hält warm, wenn man in Bewegung ist, aber nicht, wenn man in der Kälte damit einfach nur herumsteht.

Auf dem Tisch vor dem Timeless liegen einige laminierte Roadbooks zur freien Verfügung. Ich stecke mir eines ein, es soll sich neben dem Track auf dem Navi noch als sehr nützlich erweisen.

Wir frieren also weiter und ich lerne erst Ole und dann Carola kennen. Die beiden, dessen Tourberichte ich letztes Jahr verschlungen habe. Seitdem folge ich beiden auf Strava und finde es ziemlich cool, wie viele Touren und Overnighter sie gefahren sind. Auch für die Zukunft weiterhin alles Gute!

23:45 Uhr kommt dann endlich die Ansprache zur Tour und der Check, wer denn jetzt alles da ist. Jeder bekommt eine Flasche Schnaps und pünktlich um 00:01 Uhr geht es dann los! Die gesamte Gruppe macht sich nach und nach endlich auf den Weg…

Weiter geht es im nächsten Tourbericht!

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Autor: Stefan

Ich befinde mich auf keinem Kreuzzug! Für mehr Respekt und Miteinander!

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